Landesregierung Brandenburg,
- Staatskanzlei -,
Heinrich-Mann-Allee 107,
14473 Potsdam,
wegen
Beschluss des Antragsgegners vom 31. Januar 2019 über das Zweite Gesetz zur Änderung des
Brandenburgischen Wahlgesetzes - Parité-Gesetz; Art. 1 Zweites Gesetz zur Änderung des
Brandenburgischen Landeswahlgesetzes - Parité-Gesetz vom 12. Februar 2019 (GVBl. 2019,
Teil I, Nr. 1 vom 12. Februar 2019)
hat das Verfassungsgericht des Landes Brandenburg
aufgrund der mündlichen Verhandlung
vom 20. August 2020
durch die Verfassungsrichterinnen und Verfassungsrichter Möller, Dr. Becker, Dresen, Dr. Finck,
Heinrich‑Reichow, Kirbach, Dr. Lammer, Sokoll und Dr. Strauß
für Recht erkannt:
1. § 25 Abs. 3 Sätze 2 bis 6 Brandenburgisches Landeswahlgesetz in der Fassung des Zweiten Gesetzes
zur Änderung des Brandenburgischen Landeswahlgesetzes - Parité-Gesetz vom 12. Februar 2019
(Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg Teil I, Nr. 1) verletzt die
Beschwerdeführerinnen und Beschwerdeführer zu 1. bis 4. in ihren Grundrechten aus Art. 12 Abs. 2,
Abs. 3 Satz 1 Verfassung des Landes Brandenburg und aus Art. 22 Abs. 3 Satz 1 Verfassung des
Landes Brandenburg und ist nichtig.
2. § 25 Abs. 3 Satz 7 und § 30 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 Satz 3 Brandenburgisches Landeswahlgesetz in der
Fassung des Zweiten Gesetzes zur Änderung des Brandenburgischen Landeswahlgesetzes - ParitéGesetz vom 12. Februar 2019 (Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg Teil I, Nr. 1)
sind nichtig.
3. Im Übrigen werden die Verfassungsbeschwerden der Beschwerdeführerinnen und
Beschwerdeführer zu 1. bis 4. verworfen.
4. Der Antrag im Organstreitverfahren wird verworfen.
5. Das Land Brandenburg hat den Beschwerdeführerinnen und Beschwerdeführern zu 1. bis 4. ihre
notwendigen Auslagen für das Verfassungsbeschwerdeverfahren zu erstatten.
6. Der Wert des Gegenstands der anwaltlichen Tätigkeit für die Verfassungsbeschwerden der
Beschwerdeführerinnen und Beschwerdeführern zu 1. bis 4. wird auf insgesamt 150.000,00 Euro
festgesetzt.
Gliederung
Rn.