Verfahrensbevollmächtigter:
Rechtsanwalt R.,
gegen
Landtag Brandenburg,
vertreten durch die Präsidentin,
Alter Markt 1,
14467 Potsdam,
Antragsgegner,
Verfahrensbevollmächtigte:
Prof. Dr. A.,
beteiligt:
Landesregierung Brandenburg,
- Staatskanzlei -,
Heinrich-Mann-Allee 107,
14473 Potsdam,
wegen
Beschluss des Landtags Brandenburg vom 31. Januar 2019 über das Zweite Gesetz zur
Änderung des Brandenburgischen Wahlgesetzes - Parité-Gesetz (GVBl. 2019, Teil I, Nr. 1
vom 12. Februar 2019)
hat das Verfassungsgericht des Landes Brandenburg
aufgrund der mündlichen Verhandlung
vom 20. August 2020
durch die Verfassungsrichterinnen und Verfassungsrichter Möller, Dr. Becker, Dresen, Dr. Finck,
Heinrich‑Reichow, Kirbach, Dr. Lammer, Sokoll und Dr. Strauß
für Recht erkannt:
1. Der Antragsgegner hat die Rechte der Antragstellerin aus Art. 20 Abs. 1 Verfassung des Landes
Brandenburg und Art. 21 Abs. 1 Satz 2 Grundgesetz (Organisations- und Programmfreiheit der
Parteien), Art. 21 Abs. 1 Satz 1 Grundgesetz, Art. 20 Abs. 3 Satz 2, Art. 22 Abs. 3 Satz 1 und 2
Verfassung des Landes Brandenburg (Wahlvorschlagsfreiheit der Parteien) und aus Art. 21
Grundgesetz, Art. 12 Abs. 1 und 2, Art. 20 Abs. 1, Art. 21 Verfassung des Landes Brandenburg
(Chancengleichheit der Parteien) dadurch verletzt, dass er am 31. Januar 2019 das Zweite Gesetz zur
Änderung des Brandenburgischen Landeswahlgesetzes - Parité-Gesetz beschlossen hat, mit dem
eine Verpflichtung politischer Parteien zur Aufstellung geschlechterparitätisch besetzter
Wahlvorschläge statuiert wird.
2. Im Übrigen wird der Antrag verworfen.
3. Das Land Brandenburg hat der Antragstellerin die notwendigen Auslagen für das
Organstreitverfahren zu erstatten.
4. Der Wert des Gegenstandes der anwaltlichen Tätigkeit wird auf 200.000,00 Euro festgesetzt.
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