als „andere Beteiligte“ (§§ 35, 12 Nr. 1 VerfGGBbg) geltend machen (BVerfGE [Plenum] 4, 27,
31; s. a. BVerfGE 6, 367, 372; 11, 239, 241; 66, 107, 115; 73, 1, 29; 82, 322, 335; 84, 290, 298;
85, 264, 284). […]
Das Landesverfassungsgericht schließt sich dieser Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts an (ebenso LVerfG M-V, Urteil vom 14. Dezember 2000 ‑ LVerfG 4/99 ‑,
LVerfGE 11, 306, 310 f.). […] Das Landesverfassungsgericht folgt auch hier der ständigen
Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts, wonach Art. 21 GG als ungeschriebener
Bestandteil der jeweiligen Landesverfassung gilt (BVerfGE 1, 208, 227; 4, 375, 378; 6, 367, 375;
23, 33, 39; 60, 53, 62; 66, 107, 114) und deshalb die Parteien als Beteiligte von
Organstreitverfahren anzuerkennen sind, sofern das Recht der Partei in Frage steht, an der
politischen Willensbildung des Volkes mitzuwirken (so bereits Verfassungsgericht des Landes
Brandenburg, Urteil vom 16. März 1995 ‑ VfGBbg 4/95 EA ‑, LVerfGE 3, 135, 139; VerfGH NW,
DVBl. 1999, 1271, 1271).“
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An dieser Rechtsprechung hält das Gericht ‑ trotz erheblicher Kritik im Schrifttum gegen die
Beteiligtenfähigkeit von Parteien im Organstreit (etwa Ipsen, in: Sachs, GG, 8. Aufl. 2018, Art. 21
Rn. 52; Korioth, in: Schlaich/Korioth, BVerfG, 11. Auflage 2018, 4. Teil, Rn. 92; Walter, in: BeckOKBVerfGG, 8. Ed. 1. Januar 2020, § 63 Rn. 27; zahlreiche Nachweise bei Klein, in: Maunz/Dürig, GG,
90. EL Februar 2020, Art. 21 Rn. 400) ‑ fest (vgl. auch VerfGH NRW, Urteil vom 26. Mai 2009 ‑ 3/09 ‑,
Rn. 30-32, juris !; VerfGH RP, st. Rspr., z. B. Urteil vom 15. Dezember 2014 ‑ VGH O 22/14 ‑, Rn. 68,
juris !). Zwar sind politische Parteien unbeschadet ihrer Anerkennung durch Art. 21 Abs. 1 GG,
Art. 20 Abs. 1, Abs. 3 LV frei gebildete, im gesellschaftlichen Bereich wurzelnde Gruppierungen, die
nicht an der inneren Staatswillensbildung beteiligt sind und denen deshalb auch nicht die
Eigenschaft „oberster Landesorgane“ zukommt (BVerfG, Urteil vom 19. Juli 1966 ‑ 2 BvF 1/65 ‑,
BVerfGE 20, 56-119, Rn. 121, juris !; VerfG MV, Urteile vom 14. Dezember 2000 ‑ 4/99 ‑, Rn. 34, und
vom 16. Dezember 2004 ‑ 5/04 ‑, Rn. 24, juris !). Dennoch haben sie ‑ worauf Grundgesetz und
Landesverfassung angelegt sind ‑ eine besondere, hervorgehobene Funktion bei der
demokratischen Willensbildung des Volkes und damit im Verfassungsleben. Sie nehmen
gesellschaftliche und politische Forderungen und Impulse auf und bringen diese durch die
Mitwirkung bei den Wahlen zum Landtag, aber auch in den Zeiträumen zwischen den Wahlen
gegenüber den Staatsorganen zur Geltung.
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Das Organstreitverfahren ist angesichts des bedeutenden Auftrags, den die politischen Parteien im
Schnittbereich zwischen Staat und Gesellschaft wahrnehmen, gegenüber der
Verfassungsbeschwerde die angemessenere verfassungsgerichtliche Rechtsschutzform zur
Verteidigung des ihnen durch Art. 20 Abs. 1, Abs. 3 LV verliehenen verfassungsrechtlichen Status
gegen eine mögliche Beeinträchtigung durch Verfassungsorgane (ebenso VerfG MV, Urteil vom
14. Dezember 2000 ‑ 4/99 ‑, Rn. 35, juris !; vgl. Beschluss vom 21. Dezember 2006 ‑ VfGBbg 20/06
‑, LVerfGE 17, 146, 152 f; VerfGH NRW, Urteile vom
29. September 1994 ‑ VerfGH 7/94 ‑, NVwZ 1995, 579, und vom 6. Juli 1999 ‑ VerfGH 14/98 und
15/98 ‑, NVwZ 2000, 666, 666 f). Dafür spricht auch, dass die Parteien ‑ anders als dies im Rahmen
einer Verfassungsbeschwerde gemäß § 45 Abs. 2 Satz 1 VerfGGBbg erforderlich wäre ‑ nicht
zunächst den Rechtsweg beschreiten müssen.
68
2. Der von der Antragstellerin bezeichnete Beschluss des Paritätsgesetzes vom 31. Januar 2019
durch den Antragsgegner ist gemäß § 36 Abs. 1 VerfGGBbg zulässiger Antragsgegenstand eines
Organstreitverfahrens (st. Rspr. des BVerfG zu § 64 Abs. 1 Bundesverfassungsgerichtsgesetz BVerfGG, z. B. Urteil vom 4. Juli 2007 ‑ 2 BvE 1/06 ! ‑, BVerfGE 118, 277-401, Rn. 188, Beschluss vom
23. Januar 1995 ‑ 2 BvE 6/94 ! ‑, BVerfGE 92, 80-91, Rn. 27, www.bverfg.de, und Urteil vom
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